Handspielpuppen Goethe und Schiller
Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Hass verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt“
(An den Mond)
Die UNESCO erklärte 1999 die Stadt Weimar zum Weltkulturerbe. Anlässlich des Kulturstadtjahres entwickelte das Designerteam Joerg Michel, Patrick Feucht und Oliver Schenk (trick17) neben anderen Souvenirs die Handspielpuppen Goethe und Schiller. Vier Jahre später, 2003, erhielt Weimar nicht den „Kultur-TüV“ durch die Sendung Kulturzeit (3sat). Die „Kulturstadt“ liquidiert gerade ihr Stadtmuseum. 2005 will sie aus der Stiftung Weimarer Klassik aussteigen.
Quicklebendig sind dagegen die Dichterfreunde. Feldforschungen ergaben, dass sie von Kindern und Erwachsenen beim Puppenspiel nicht nur als Goethe und Schiller eingesetzt werden. Schiller wird gerne mit der Rolle des Märchenprinzen besetzt. Der verkleidete Goethe tritt öfter als „komische Alte“ - z. B. als Amme in „Romeo und Julia“ auf. Shakespearestücke sind wegen ihrer besseren Umsetzbarkeit und ihrer komischen Szenen bei Handspielpuppenspielern beliebter als die Dramen der beiden deutschen Klassiker. Zwar wollten Goethe und Schiller, anders als Gottsched 1737, den Hanswurst nicht mehr von der Bühne verbannen, aber das zur Improvisation und Anarchie neigende Kasperlepuppentheater ist selten eine moralische Anstalt.
Neues über das Leben der Handspielpuppen Goethe und Schiller erfährt man von deren Gestaltern unter www.dichterfreunde.de
Inv.Nr. 3/1116 und 3/1117
Handspielpuppen Johann Wolfgang v. Goethe und Friedrich Schiller
Idee und Design: Joerg Michel, Patrick Feucht u. Oliver Schenk, „trick 17“, Erfurt
Herstellung: Sonni, Spielwaren GmbH, Sonneberg
seit 1999