Spielzeug, das Geschichte erzählt
Die Kindernähmaschine "elektra" ist ein Erzeugnis des ehemaligen VEB PIKO Sonneberg. Sie wurde 1968 auf der Leipziger Frühjahrsmesse, damals die internationale Messe für Technik und Konsumgüter, mit dem begehrten Leipziger Messegold geehrt. Damit gehörte sie zu den 150 Spitzenerzeugnissen der internationalen Spielzeugindustrie, die diese Ehrung erhielten. Bereits ein Jahr zuvor hatte "elektra" bei in- und ausländischen Kunden großes Aufsehen erregt. "elektra" besitzt einen elektromechanischen und handmechanischen Antrieb. Sie hat eine, nicht nur für die damalige Zeit, sehr gute Formgebung. Ihr günstiger Wirkungsgrad erlaubt eine lange Lebensdauer. Einfache Bediensymbole und ein beigefügter Schnittmusterbogen ergänzen sinnvoll den pädagogischen Wert dieses Spielzeugs. Der Volkseigene Betrieb "PIKO" (VEB PIKO) in Sonneberg wurde seit 1961 zu einem Zentrum der Herstellung von mechanischem und elektromechanischem Spielzeug ausgebaut. Neben der Modelleisenbahn der Spurweite H0 (und später auch N) stellte man hier vor allem auch Kinderwerkzeugmaschinen und hauswirtschaftliches Spielzeug für Mädchen her. Die PIKO entwickelte sich seit den 1960er Jahren in einer Zeit des Umbruchs der Spielzeugindustrie im Sonneberger Raum zu einem bedeutenden Hersteller von Spielzeug dieser Art. Von Vorteil war dabei, dass die feinmechanische Industrie in Sonneberg Tradition besaß (VEB Feinmechanik Sonneberg). Die PIKO wurde im Lauf der Jahrzehnte zum Leitbetrieb für mechanisches und elektromechanisches Spielzeug innerhalb des Kombinates Spielwaren der DDR. Aus ihren Produktionshallen kamen in den folgenden Jahren viele weitere weltmarktfähige Erzeugnisse - u. a. Waschmaschinen, Staubsauger, Registrierkassen, Bohrmaschinen für Kinder und auch Kunststoff-Spielzeug für Kleinstkinder. Das alte Produktionsgebäude im Zentrum Sonnebergs existiert nicht mehr.
In einer modernen Produktionsstätte am Rande der Stadt werden bis heute Modelleisenbahnen der Marke PIKO hergestellt.
Beschreibung: Kunststoff (Plast), sowohl elektromechanischer als auch handmechanischer Antrieb, mit Nählicht; entwickelt und konstruiert von den PIKO-Ingenieuren Schindhelm und Roß, Zubehör: 1 Schnittmusterbogen für Puppenkleidung, 1 kleiner Karton mit Ersatzbirne, 1 Nadel, 1 Einfädler, 1 Ersatzbirne, Maße: H: 17,5 cm, L: 28,5 cm, B: 15 cm; Schenkung von Ulla Petzold, Rudolstadt/Thür., Februar 2004