Mit einem Festakt wurde am 5. Oktober 2026 das Doppeljubiläum „125 Jahre Deutsches Spielzeugmuseum“ sowie „35 Jahre Museums- und Geschichtsverein“ gewürdigt. Hierzu begrüßten Landrat Robert Sesselmann und das Museumsteam um Leiterin Christine Spiller zahlreiche Förderer, Freunde und Wegbegleiter unseres Deutschen Spielzeugmuseums und dankten ihnen in aller Form für ihre Unterstützung.
Museum bewahrt Identität der Region
Vor 125 Jahren – im Jahr 1901 – wurde in der damaligen Weltspielwarenstadt Sonneberg ein prächtiges neoklassizistisches Bauwerk nach dem Entwurf des Münchner Architekten Albert Schmidt eröffnet. Dieses Bauwerk war die Industrie- und Gewerbeschule, in der bereits im Oktober 1901 auf Initiative des Lehrers Paul Kuntze ein Gewerbemuseum eröffnet wurde. Im Zuge eines Umbaus wurde es ab 1937/38 als Deutsches Spielzeugmuseum genutzt.
Sonneberg und sein unmittelbares Umland waren über Jahrhunderte ein global bedeutender Standort der Spielwarenproduktion. Vor dem Ersten Weltkrieg stammten rund 20 Prozent der weltweit gehandelten Spielwaren aus unserer Region. Noch heute sind in der Stadt und im Landkreis Sonneberg rund ein Dutzend Spielzeughersteller ansässig. Unser Museum bewahrt diese reiche historische Identität und macht sie in ihrer Entwicklung auch für zukünftige Generationen greifbar.
Herausragende kulturhistorische Exponate sind vor allem die Schaugruppen „Thüringer Kirmes“ und „Gulliver in Liliput“. Als Meisterwerke der Sonneberger Spielzeugmacher erregten sie auf Weltausstellungen in London und Brüssel weltweites Aufsehen. Die beeindruckenden Figurengruppen sind einzigartige kulturelle Schätze und Herzstücke der Dauerausstellung unseres Museums.
Älteste deutsche Spielzeugsammlung ist nationales Kulturgut
Das Deutsche Spielzeugmuseum hat eine enorme kulturelle und touristische Strahlkraft. Getragen vom Landkreis Sonneberg ist es einer der wichtigsten kulturhistorischen Schätze und ein bedeutender Besuchermagnet mit nationaler und internationaler Wahrnehmung. Das Museum verfügt über rund 100.000 Objekte, darunter etwa 60.000 Spielzeuge. Es bewahrt ein einzigartiges materielles Erbe der deutschen und der internationalen Spielzeuggeschichte. Als ältestes und größtes Spielzeugmuseum Deutschlands ist es zweifelsohne ein nationales Kulturgut, dessen Bekanntheitsgrad weit über Südthüringen und Oberfranken hinausgeht.
125 Jahre nach der Einweihung dieses Hauses wurde seine große Historie und andauernde Bedeutung mit einem Festakt öffentlich gewürdigt. Hierzu durften Landrat Robert Sesselmann und das Museumsteam um Leiterin Christine Spiller viele Menschen begrüßen, die unser Deutsches Spielzeugmuseum tragen und es zu dem gemacht haben, was es ist.
35 Jahre Museums- und Geschichtsverein
Gleichzeitig wurde auch das 35-jährige Bestehen des Sonneberger Museums- und Geschichtsvereins gefeiert, dessen Ursprünge jedoch ebenfalls bis in das Jahr 1901 zurückreichen. Das Deutsche Spielzeugmuseum ist sehr glücklich, diesen rührigen Förderverein an seiner Seite zu haben und dankt seinen Mitgliedern in aller Form für ihre Unterstützung. Der Verein um seinen Vorsitzenden Stefan Kühn sowie Schatzmeisterin Gabi Lemnitzer hilft unserem Spielzeugmuseum auf vielfältige Weise – sei es bei Veranstaltungen oder bei der Umsetzung von wichtigen Vorhaben zur Steigerung der Attraktivität unseres Hauses.
Dank an viele Unterstützer und Wegbegleiter
Anlässlich des Doppeljubiläums galt der besondere Dank:
- allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Deutschen Spielzeugmuseums aus Vergangenheit und Gegenwart
- allen Mitgliedern des Museums- und Geschichtsvereins aus Vergangenheit und Gegenwart
- allen Landräten und Kreistagsmitgliedern unseres Landkreises aus Vergangenheit und Gegenwart, die sich seit 1990 auch in schwierigen Haushaltsjahren immer zu dieser Einrichtung bekannt, ihre Finanzierung sichergestellt und unser Deutsches Spielzeugmuseum gemeinsam vorangebracht haben
- dem Kooperationspartner Stadt Sonneberg um Bürgermeister Dr. Heiko Voigt sowie allen Stadträten und Verantwortlichen aus Vergangenheit und Gegenwart, mit deren Hilfe in den zurückliegenden Jahren wichtige Investitionsvorhaben zugunsten des Museums realisiert werden konnten – darunter vor allem die verschiedenen Bauabschnitte, die Errichtung des lang ersehnten Parkplatzes oder auch die Schaffung der Spielmeile
- allen Verantwortlichen aus Bundestag und Landtag sowie allen Partnern der Bundes- und Landeseinrichtungen, die unser Museum mit investiven Fördermitteln unterstützt haben und dank denen die großen Bauabschnitte zur Modernisierung und Erweiterung des Deutschen Spielzeugmuseums ermöglicht wurden
- allen Sponsoren, die unser Museum seit Jahren verlässlich unterstützen, wie zum Beispiel unsere Sparkasse Sonneberg, die VR Bank sowie die örtlichen Vereinigungen der Rotarier und des Lions Club
- allen Partnern von Seiten der Planungsbüros und Baufirmen, die am Erhalt und Ausbau des Museums beteiligt sind
- den vielen Kooperationspartnern aus Tourismus, Bildung, Museumslandschaft und Kultur
- der Deutschen Spielzeugstraße und dem Museumsverband Thüringen
Rahmenprogramm zur Feier des Doppeljubiläms
Festlich umrahmt wurde der Festakt dankenswerter Weise durch Roland Spielmann, den „Geist des Spielzeugs“, sowie vom Streichquintett der Musikschule des Landkreises Sonneberg um Jarah Engel und Gina Marie Ehrhardt (Violinen), Aaron Heinrich (Viola und Leitung), Max Fahnler (Violoncello) und Kim Biedermann (Kontrabass). Als Ehrengäste waren unter anderem die Landräte a.D. Reiner Sesselmann und Christine Zitzmann sowie die Landtagsabgeordneten Jürgen Treutler und Henry Worm der Einladung gefolgt. Die Schirmherrschaft zum Festakt übernahm der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt, der durch die Thüringer Ministerin für Justiz, Migration und Verbraucherschutz, Beate Meißner, vertreten wurde.
Restaurierung einer weiteren Tiergruppe
Unter Nutzung des Schirmgeldes konnte über Mittel der Thüringer Staatslotterie sowie dank eines zusätzlichen Sponsorings der Sparkasse Sonneberg die Tierfigurengruppe der Löwenfamilie mit Tiger restauriert werden, welche im Museum ab sofort die ebenfalls restaurierte Schaugruppe „Oase mit Elefant“ flankiert. Darüber hinaus machte der Museums- und Geschichtsverein dem Museum zum 125-jährigen Jubiläum ein besonderes Geschenk: Der Verein übernahm den Ankauf eines roten Rupfentier-Pferdes der Sonneberger Spielzeuggestalterin Renate Müller, das den Fundus des Museums um ein weiteres Prunkstück bereichert.
Bekenntnis zum Erhalt des Deutschen Spielzeugmuseums
In ihren Grußworten würdigten Landrat Robert Sesselmann, Bürgermeister Dr. Heiko Voigt, Vereinsvorsitzender Stefan Kühn, Ministerin Beate Meißner sowie Museumsleiterin Christine Spiller die große Bedeutung des Deutschen Spielzeugmuseums und seines rührigen Fördervereins. Gemeinsam wünschten sie dem Museum eine gute Zukunft. „Dieses Haus hat in seiner langen Historie schon viele Ereignisse und Regierungen erlebt. Wir sorgen dafür, dass es weiterlebt“, bekannte Landrat Robert Sesselmann.
Forderung einer institutionellen Förderung
Zugleich forderte der Landrat mehr Unterstützung für das Deutsche Spielzeugmuseum vom Freistaat Thüringen in Form einer dauerhaften institutionellen Förderung durch das Land. Landrat Robert Sesselmann betonte, dass das Deutsche Spielzeugmuseum weit über Thüringen hinaus Bedeutung habe. Deshalb sei eine verlässliche Beteiligung des Freistaates aus seiner Sicht mehr als angemessen. Dies gelte auch für die Sternwarte Sonneberg. Ministerin Beate Meißner erklärte, dass eine Erweiterung der bestehenden institutionellen Förderungen des Landes angesichts der Haushaltslage des Freistaates derzeit eher unwahrscheinlich sei. Sie verwies jedoch darauf, dass Thüringen weiterhin hinter dem Spielzeugmuseum stehe und eine Unterstützung über einzelne Projektförderungen fortsetzen wolle. Für Landrat Robert Sesselmann ist damit aber die grundsätzliche Frage noch nicht beantwortet: Wenn ein Museum eine Bedeutung weit über die Region hinaus hat – warum sollte es dann nicht auch dauerhaft vom Freistaat unterstützt werden?

